Bodenbefestigung im Offenstall


Matsch- ein Thema mit dem ich mich vor meinem Pferdekauf niemals habe beschäftigen müssen.

Mir war zwar bewusst, dass ich einige Flächen befestigen muss, aber dass ich schon nach drei Tagen Regen eine Matschwüste vorfinden würde, dachte ich im September 2017 noch nicht.
Wegebau im Herbst 2017
Auch meine Kinder halfen mit


















Im Schnellverfahren musste ich also die wichtigsten Flächen und Wege für meine Ponys befestigen. Außerdem war das Portemonnaie natürlich nach dem Pferdekauf und dem Einrichten des Stalls erstmal leer. Ich habe mich nun also durch einige verschiedene Arten durchgetestet und kann auf einige Monate Erfahrung und einen extrem verregneten Winter zurückblicken.
So idillysch sah es nur zu trockenen Zeiten aus

Um einen Auslauf trocken zu bekommen ist es zum einen wichtig, dass das Wasser gut ablaufen kann und zum anderen, dass die Pferde auf einem passenden Untergrund laufen. Der klassische und perfekte Weg wäre, wenn man die Erde 30-40 cm abbaggert, eine Tragschicht aus gröberen Material anlegt, eine Trennschicht aus Paddockplatten oder Vlies darauf verlegt und dann eine Tretschicht wie Sand darauf gibt.
Ridconmatten mit Sand verfüllt
Da ich das aber so nicht bezahlen konnte, habe ich komplett auf die Tragschicht verzichtet und on Top, also direkt in den Matsch, gebaut. Da es nicht mein Grundstück ist, musste ausserdem alles rückbaubar sein, daher habe ich mich für die Varianten entschieden, die am wenigsten Arbeit bringen, aber wahrscheinlich auch am wenigsten lange ihren Nutzen erfüllen. Dennoch gibt es hier klare Vor- und Nachteile, die ich gerne mit euch teilen möchte.

Vor dem Offenstall haben wir Ridcon Paddockplatten verlegt. Diese sind im Vergleich recht günstig und da sie recht leicht sind, werden sie auch günstig verschickt.
Den matschigsten Matsch haben wir per Hand abgegraben, ein Trennvlies aus der Landi draufgerollt, 14qm Paddockplatten draufgepuzzlet und dann mit Sand aus dem örtlichen Tiefbaugeschäft verfüllt.

Die Platten lassen sich leicht verlegen und der Sand ist ebenfalls schnell verfüllt. Nach zwei Stunden Arbeit zu 2. war der Teil erledigt. Nach einem halben Jahr haben wir nun nochmals 5-6 Schubkarren Sand nachgefüllt.
Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass die Platten stark abgesunken wären, lediglich an einer Stelle haben sie sich etwas aufgewölbt, womöglich ist dort ein Stein drunter. Wichtig ist, dass das Gelände ein Gefälle hat und das Wasser ablaufen kann.

Im Herbst 2017
Direkt neben dem Offenstall haben wir ein 3m x 4m Viereck per Hand abgegraben, bis wir auf einen gröberen, steinigeren Untergrund gestossen sind. Das Viereck haben wir mit Baumstämmen aus unserem eigenen kleinen Wald eingerahmt und mit Pflöcken gesichert, die wir auf Höhe der Stämme abgesägt haben. Auch hier haben wir wieder das Trennvlies verlegt. Es wirkt sehr robust und 20m kosten ca. 25 Fr.. Den Platz haben wir mit Holzschnitzeln aus dem Nachbardorf gefüllt.

Zu Anfang haben die Pferde die Schnitzel ständig mit raus getragen, sie haben sich aber schnell gesetzt und miteinander verzahnt. Nach sechs Monaten sieht der Platz leider aus wie ein ungemisteter Stall, allerdings läuft das Wasser weiterhin tadellose ab, er stinkt nicht und die Pferde liegen dort immer noch gerne drauf. Ich denke wir müssen einrechnen, dass man die Schnitzen mindestens einmal im Jahr zum Teil austauschen oder nachfüllen muss.
Im Frühling 2018 schon bedeutend weniger einladend.
















Frühling 2017



Damit der Offenstall mit dem (bereits bestandenen) Paddock verbunden werden konnte, mussten wir einen 35m langen Weg anlegen. Zuerst wollten wir auch hier die oberste Erdschicht per Hand abtragen.

Das war aber so mühsam, dass wir kurzerhand wieder Platten kauften. Dieses mal hatten wir Glück und konnten einen Restbestand aus dem örtlichen Tiefbaugeschäft kaufen. Die Matten nennen sich Draingrid und haben einen gigantischen Vorteil: Sie sind nicht 1m breit, sondern 80 cm. So spart man bei Laufwegen einige qm. mit 7 cm Höhe, sind die 2 cm höher als die Ridconmatten, wirken aber etwas zerbrechlicher und zerbrachen zum Teil auch beim Verbauen. Allerdings haben wir nun bei einem neuen Projekt ein neueres Modell verbaut, das wesentlich stabiler und etwas flexibler war.






Weg entlang am Hang. Später wurde der Zaun
entfernt.



Ich nehme an, dass wir, wenn wir die Matten einmal ausbauen müssen, nicht mehr wiederverwenden können.
Einen Teil des Weges, der bereits abgegraben war, haben wir mit Steinen eingerahmt, mit einem Vlies getrennt und mit Mergel gefüllt. Der Mergel wird sehr fest und bildet eine geschlossene Oberfläche. Er wird dennoch nicht so hart wie Asphalt. Hier sind alle Feld- und Waldwege damit gemacht.









Bei dem Laufweg haben wir allerdings einen Fehler gemacht. Der ausgegrabene Teil lag, nachdem der Merkel festgetrampelt war, etwas unter, bzw. etwa gleich hoch, wie die Umgebung. So haben sich ständig Pfützen darauf gesammelt und der Mergel weichte auf. Ausserdem haben die Pferde meine Steinabgrenzung nicht beachtet und sind in etwa gleich oft neben dem Weg, wie auf dem Weg gelaufen. Vor allem ab dem Zeitpunkt, wo der Weg aufzuweichen drohte. Wir mussten die Begrenzung durch Baumstämme ersetzen und noch einiges an Mergel auffüllen.



Der Teil des Trails, der mit Platten und Mergel angelegt war, hielt hingegen bombenfest und furztrocken.

Daher entschieden wir uns dieses Frühjahr dazu auch den neuen  Weg mit Draingridmatten und Mergel zu befestigen. Weil der Weg zum Brunnen allerdings am Hang liegt, mussten wir den Weg auf ca. 1m begradigen und mit Holzbrettern Richtung Hang sichern. Für 15m brauchten wir drei Tage, bis wir abgegraben, gesichert, Platten gelegt und Mergel verfüllt hatten.

Holzpfosten stützen die neue Trets


Hier werden wir später einen neuen Weg anknüpfen  und haben
daher den ersten Ttitt schon gesetzt.

Um den Höhenunterschied auszugleichen mussten wir Stufen einbauen. Diese haben wir mit grossen Holzpfosten, die wir als Stufe legten, gelöst. Da wir den Weg gerne demnächst noch erweitern wollen, haben wir an einer anderen Stelle direkt die Stufe eingebaut.
Noch unbefestigt und bald eine matschige Rutschbahn
Trockenen Fusses zum Wasser














Rückblickend kann ich sagen, dass Sand und Holzschnitzel zwar für die Pferde schön sind und sicher auch solche Plätze nicht fehlen sollten, aber dass die sehr schwer zu misten sind und immer Rückstände bleiben, die sich nach und nach in den Untergrund einarbeiten und mit der Zeit wieder Matsch bringen. Ich bin nun ein absoluter Fan von Mergel und werde sicher meine Wege weiterhin damit verfüllen.
Auf Paddockplatten zu verzichten lohnt sich nicht. Das Ergebniss ist wesentlich besser und langanhaltender.







Für Laufwegbefestigungen würde ich auf jeden Fall nach Modellen mit einer geringeren Breite als 1m suchen. Die einzelnen  Platten sind in der Regel 50 cm breit, das wäre allerdings wieder zu schmal.
Die Pferde bevorzugen zum Schlafen die Sand- und Hackschnitzelplätze

Ich hoffe, dass ich mit meinen Erfahrungen dem ein oder anderen Offenstallbesitzer bei seiner Entscheidung etwas helfen konnte.

Spannendes Thema, das alle Pferdebesitzer etwas angeht? Pinn es auf Pinteres!



Kommentare

  1. Wahnsinnsarbeit, Hut ab vor dieser Plagerei. Ein Einstellplatz im Reitstall ist auch nicht billig aber dafür bequem.
    Lg aus Wien

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    1. Dankeschön, es war wirklich viel zu tun. Insgesamt habe ich sogar 7kg abgenommen. Aber es hat mir auch richtig Freude bereitet. In 10 Jahren habe ich dann vielleicht aber auch genug davon :)

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